Port Louis hat seinen eigenen Charme, wenn auch ein etwas marode wirkender. Als wir samstags am Nachmittag mit dem Dinghy in den ziemlich versandeten Hafen fuhren, um uns mit der “Rolly”-Crew Milca und Patrick zu treffen, hatten wir genau den Moment erwischt, an dem alle Bars und Restaurants gerade schlossen oder noch nicht geöffnet waren. Das Städtchen wirkte ausgestorben, obwohl die Bemühungen um die Touristen durchaus sichtbar waren, mit Surf-Angeboten, schöner und weniger schön hergerichteten Häuschen zur Vermietung und sicher auch feinen Bars und Restaurants, wenn man zu anderen Zeiten da war.
Nur am Strand herrschte emsiges Treiben: für Sonntag war eine Regatta der Traditionsboote angesagt. Wunderschön hergerichtete Holz-Jollen, mit liebevoll farbig lackierten Rümpfen, riesigen Grosssegeln mit einfach um den Mast gebundenen Laschen als Mastrutschern, Bambus-Bäumen und 6 Personen als Crew, die gut schwimmen können müssen. Die Jollen haben kein Schwert und wirken unglaublich kippelig. Und genau wie beim Laser ist die Halse sicher das schwierigste Manöver – wir schauten jedenfalls mehrfach zu, wie sie beim Abfallen arg ins Geigen kamen und dann prompt kenterten und ihre Crews ausleerten… Ob wir nicht am Sonntag noch bleiben sollten, um mindestens dem Regattastart zusehen zu können?
Für unser Treffen mit Milca und Patrick schickte uns die Restaurantbetreiberin, die gerade am Schliessen war, über die Strasse zum kombinierten Laden mit Restaurant/Bar. Dort machte uns die Besitzerin so gut es ging Schatten mit ihren ausgehängten Badetüchern und -Kleidern und wir konnten entspannt mit den beiden Tessinern plaudern. Wie so viele aus dem schönen Südkanton sprechen Milca und Patrick exzellentes Deutsch; tausendmal besser als unser Italienisch. Es war spannend, mit ihnen auszutauschen und wir schätzten es sehr, dass sie diesen Halt auf ihrer Grande-Terre-Tour mit dem Mietauto eingebaut hatten. Danke Euch beiden für den schönen Nachmittag!
Am Sonntag gings dann doch frühmorgens los. Einmal muss man sich ja wieder losreissen, wenn man nicht „anwachsen“ will. Das Phänomen des Anwachsens geschieht hier sehr einfach und ganz unmerklich. Einerseits wächst in diesem warmen Wasser tatsächlich der grüne Algenflaum sehr schnell an der Wasserlinie nach. Und an der Kiel-Unterseite, die kein Antifouling bekommen hatte, weil sea magiX drauf stand, konnten wir mit einem Spachtel mit mehrmaligem Tauchen ganze Muschelkolonien entfernen. Aber andererseits meine ich das Anwachsen auch im übertragenen Sinn: oft ist es schwierig, sich von schönen Orten wie Port Louis wieder loszureissen. Und dann bleibt man eben noch eine Woche, und noch eine Woche, und plötzlich ist ein Monat vergangen. Immer wieder fallen uns an schönen oder praktischen Orten solche allmählich verlotternde Boote auf. Sie wirken dann traurig als Erinnerungen an aufgegebene Pläne und Hoffnungen und wir stellen uns vor, wie ihre Besitzer sich nur noch von einer Happy Hour zur nächsten hangeln. So wollen wir nicht enden. Ja, ist schon klar, dass das momentan bei uns nicht so realistisch ist. Aber die „Pelikan-Station“ mit dem passenden Namen „Farniente“ gleich vor Port Louis wirkt halt eben als mahnender Warnfinger.

Die ca. 45 SM hinauf nach Antigua entpuppten sich als zwar zügige, aber auch etwas anstrengende Fahrt mit starkem halbem Wind, einer sehr unübersichtlichen See und mehreren heftigen Schauern, in denen wir die Genua ganz wegrollten und noch mit dem doppelt gerefften Gross übertakelt waren.
Die schmale Einfahrt zwischen den Riffs bei Bird Island hatten wir in letzter Zeit öfters gemacht und konnten deshalb am Plotter unserem alten Track folgen. Trotzdem wie immer eine Adrenalin-reiche halbe Stunde, da bei viel Seegang und gegen die Sonne zwischen die Felsen zu zielen. Bekanntlich ist das ja nicht so mein Ding…

Hinter Great Bird Island fanden wir dann wieder einen wunderschönen Ankerplatz im türkisblauen Wasser, wo der Passat weiter kühlte und das Riff uns vor den Wellen schützte.
Angesichts des weiterhin durchzogenen Wetterberichts mit neuen Squalls und einem nochmals anstrengenden Amwindkurs für Barbuda, blieben wir für einen Tag dort liegen. Wir wollten gerne das Riff „beschnorcheln“, das im Beschrieb als sehr lohnenswert bezeichnet wurde. Aber da wir den Aufwand scheuten, das Dinghy vom Vordeck wieder ins Wasser zu lassen, mussten wir die ca. 300m gegen den Wind dorthin auch schwimmen. Bei ca. 4-5 Bft Wind und mit einem eher ungeeigneten Packsack als Warnboje (die mit hoher Geschwindigkeit durchs Ankerfeld preschenden Dinghies sind für Schwimmer die grösste Gefahr), der eher als Treibanker funktionierte, ein recht ermüdendes Unterfangen. Beim Riff dann die Enttäuschung: wegen des starken Windes war das Wasser sehr aufgewühlt und wenig klar, und zudem wirkte es nicht mehr sehr lebendig. Auch die Fisch-Menge und -Vielfalt hielt sich in Grenzen. Inzwischen bekam ich allmählich Hühnerhaut, trotz der 28 Grad Wassertemperatur und wollte wieder den Weg zurück zu sea magiX angehen. Da winkte Bänz plötzlich aufgeregt. Oje, hatte ihn etwas gestochen? Nein, es war ein wunderschöner Rochen mit goldgelben Punkten. Die spätere Recherche bei Google und Wikipedia ergab, dass es sich um einen, bzw. danach dann zwei Adlerrochen gehandelt hatte. Entspannt zog er seine Kreise, begleitet von anderen Fischen unter dem Flügel. Ein wunderbares Schauspiel, dem wir noch lange hätten zusehen können, wenn nicht allmählich die Kälte in die Knochen gekrochen wäre.

Anderntags gings dann bei etwas milderem Wetter gegen den Wind und die Wellen wieder durch den Bird Island Channel hinaus. Wir hätten auch im Norden von Antigua einen Durchgang durch das Riff nehmen können, aber dann hätten wir nochmals einiges an Höhe verschenkt, d.h. noch näher an den Wind segeln müssen, um nach Barbuda zu gelangen. Und bekanntlich wollen wir ja nicht unbedingt kreuzen, wenn es nicht sein muss.
Die Insel Barbuda ist etwa halb so gross wie Antigua, hat aber ursprünglich nur etwa 1400 Einwohner, die fast alle im Ort Codrington im Inland an der Lagune leben. Die Insel hatte ihren eigenen Charakter und eine unglaublich schöne, ursprüngliche (und flache) Landschaft. Nach alter Tradition gehörte das Land der Gemeinschaft, und nicht Einzelpersonen oder -Familien. Das verhinderte, dass es an Hotelketten oder reiche Ausländer verkauft werden konnte. Im Gegensatz zu Antigua gab es bis vor kurzem auf Barbuda keine Privatstrände, keine Luxushotels und keine Gated Communities für die Superreichen. Stattdessen lag man vor einem unendlich langen Traumstrand und in der Lagune dahinter konnte sich eine grosse Kolonie von Fregattvögeln etablieren.
Im Jahr 2017 wurde die Insel vom Hurricane Irma getroffen und die Infrastruktur vollkommen zerstört. Damit änderte sich vieles für sie. Man sagt, die Finanzierung für den Wiederaufbau sei zuerst in den Aufbau eines Flughafens für die Privatjets der Superreichen geflossen, dann seien Teile der Insel an diese verkauft worden und nun solle ein Teil der Lagune zugeschüttet werden, um einen Golfplatz zu bauen. Die Insel hat offenbar durch Irma ihre Unabhängigkeit verloren; sehr schade.

Vor etwa 12 Jahren, also noch vor Irma, waren wir schon einmal auf Barbuda gewesen. Damals musste man, um mit dem Dinghy via die Lagune nach Codrington zu kommen, mit dem Beiboot am Strand anlanden, dann das Dinghy über die schmale Sandbarriere zur Lagune tragen und auf dem Rückweg das Umgekehrte zurück. In meinem Gedächtnis heute noch stark eingebrannt ist die Erinnerung an unsere Bemühungen, vom Strand wieder zu starten. Es brandete stark und unser Dinghy wurde mehrfach – mit dem Motor – umgedreht und uns ausgeleert. Zigmal versuchten wir es, bis zur Erschöpfung. Zigmal wurden wir zurückgespült, umgeworfen, ausgeleert… Irgendwann gelang es dann doch endlich, aber Barbuda hatte bei mir einen schlechten Ruf bekommen. Und – es kam damals für uns nicht in Frage, dass wir das Ganze nochmals machen würden, um einen Besuch bei der Fregattvögelkolonie zu organisieren. Deshalb stand diesmal der Punkt ganz oben auf unserer Agenda: dafür waren wir hierher gesegelt. Ausserdem: Irma hat nicht nur damals das gesellschaftlich-politische Gefüge der Insel verändert, sondern auch ihre Geografie: sie riss damals ein Loch in die Sandbarriere der Lagune. Ein Loch, das seither weitergewachsen ist. Heutzutage kann man mit dem Dinghy ohne Anlanden in die Lagune fahren. Ob das für die Lagune gut ist, weiss ich nicht. Aber für Touristen wie mich ist das eine gute Nachricht.
Am traumhaften 11-Mile-Beach lagen nur vier andere Boote als wir ankamen. Darunter ein Monohull mit österreichischer Flagge. Einmal mehr hatten wir wenig Lust, unser Dinghy vom Vordeck zu nehmen, und so schwamm ich zur SY „Jetzt“ (einer Bavaria 46) hinüber, um zu fragen, ob die beiden (Robert und Monika) Lust hätten, beim Besuch der Vogelkolonie mitzumachen. Ohne eine Sekunde zu zögern sagten sie zu, und schon hatten wir eine neue Bekanntschaft geschlossen. Von Milca und Patrick hatten wir Kevin Peters als Guide empfohlen bekommen (die Kolonie darf nur mit Guide besucht werden). Das klappte vorzüglich. Er holte uns am nächsten Tag pünktlich um 10h von unseren Booten ab und brauste mit uns durch den neuen Durchgang ins Innere und zwischen die Mangroven zur Vogelkolonie.
Dort erwartete uns ein einmaliges Schauspiel. Es sind Tausende der grossen Vögel, die hier ihre Brut- und Schlafplätze haben. Momentan ist gerade Balz-Zeit und viele der Männchen blasen einen roten Ballon an ihrer Kehle auf, um das passende Weibchen anzuziehen. Gleichzeitig klappern sie mit ihren Schnabeln (sagte Kevin… es klang wie Schlagzeug) und machen viel Lärm. Die Vögel haben Flügelspannweiten von ca. 2m und sind extrem gute Segler, die gemäss Wikipedia über weite Strecken an einem Stück fliegen können.
Ihre Knochen sind sehr leicht gebaut und ihr ganzer Körperbau auf Langstrecken ausgerichtet. Kevin (und auch der Chart Pilot Doyle) meinte, die Vögel könnten nicht auf dem Wasser landen, weil ihnen das Ölbürzel fehlt, mit dem die Federn wasserdicht gemacht werden. Deshalb würde sich ihr Gefieder vollsaugen und die Vögel würden ertrinken. Wikipedia widerspricht hier zwar, hält aber gleichzeitig fest, dass die Fregattvögel die meiste Zeit ihre Beute aus der Luft oder ganz nah an der Wasseroberfläche greifen würden. Fischen aus der Luft? Ja, wenn Fische vor einem grösseren Raubfisch unter Wasser fliehen, springen sie ja oft über mehrere Meter aus dem Wasser – und werden dann statt für den Raubfisch eben für den Raubvogel zur Beute. Auch die fliegenden Fische sind leichte Beute der Fregattvögel. Und dann natürlich jene Beute, die sie anderen Vögeln in der Luft abjagen. So haben sie auch ihren Namen bekommen: sie greifen die anderen Vögel an, wie das Fregatten, d.h. Kriegsschiffe im Wasser machen. Etwa eine halbe Stunde lang tümpelten wir quasi auf Tuchfühlung mit diesen grossen Vögeln (die sich durch unsere Nähe überhaupt nicht aus der Ruhe bringen liessen) in den Mangroven umher, dann kehrte Kevin wieder um. Seine nächsten Gäste warteten schon auf ihn.
Und wir hatten ein einmaliges Erlebnis gehabt, das wir dann bei Monika und Robert an Bord noch gemeinsam „nachbestaunen“ konnten. Dazu gabs feinen Kaffee und zum Schluss brachte uns Robert noch zu sea magiX zurück – äusserst liebenswürdig. Es wäre schön, die SY Jetzt mit ihrer Crew unterwegs wieder zu treffen; you always meet twice.
Für Donnerstag und Freitag war auf der ca. 80-SM-Strecke von Barbuda nach St. Martin nur ganz wenig Wind genau von hinten angesagt. Deshalb packten wir am Mittwochnachmittag, nach einem gemütlichen Nickerchen, allmählich unsere Siebensachen zusammen und bereiteten das Boot auf die kommende Nachtfahrt vor. Noch bei Tageslicht suchten wir uns den Weg zwischen den Riffs von Barbuda hinaus und bald waren wir – gemütlich nur mit der Genua – unter dem weiten Sternenhimmel unterwegs nach Nordwesten.
Es war eine wunderschöne, ruhige Nacht, bald erhellt vom schon ziemlich vollen Mond. Nur die Sterne, der Mond, das dezent rauschende Meer und sea magiX mit ihrer Crew. Wie gewohnt wechselten sich der Skipper und ich mit den Wachen ab. Leonie steuerte bis etwa Mitternacht, dann mussten wir sie mit Erich, unserem (wieder zurückgebauten) elektrischen Autopiloten ersetzen, weil der Wind allmählich zu wabern anfing. Und leider immer mehr nachliess – viel zu früh im Vergleich zum Wetterbericht. Nur mit der Genua wurde unsere Fahrt sehr langsam, aber das Grosssegel hätte bei so wenig Wind in den Wellen mit lautem Knallen hin und her geschlagen. Wir änderten den Kurs in Richtung Gustavia auf St. Barth und tümpelten so weiter. Gegen 6h waren wir vor Gustavia, als wir einer 55m (Meter, nicht Fuss…) Motorjacht mit dem wohl ironischen Namen „Moskito“ begegneten. Gemäss AIS auf Kollisionskurs. Ich funkte ihn an und bekam sehr britisch-höflich gesagt, man habe uns gesehen „and have a nice sail“. Ok, jetzt waren wir im Land der Megajachten angekommen. Darauf hatten wir eigentlich wenig Lust. Und so hissten wir bald darauf, sobald wir Tageslicht hatten, den Gennaker, und segelten mit immer weniger Wind gen St. Martin. An dessen Nordost-Ecke war dann Schluss: die restlichen paar Meilen um die Ecke zur Bucht von Grande Case mussten wir dann noch motoren.
Die zwischen Frankreich und den Niederlanden aufgeteilte Insel St. Martin/St. Maarten war jahrelang die Basis von sea magiX‘ Schwesterschiff (naja, die grössere Schwester: 38 zu 37 Fuss) Sparti Vento gewesen. Bänz hatte Sparti im Winter 2012/13 über den Atlantik und dorthin gesegelt und seither durften wir immer wieder mal einige Wochen mit ihr und teils mit ihrem Eigner und unserem Freund Peter in den Antillen unterwegs sein. Deshalb kennen wir St. Martin gefühlt recht gut und wissen auch, was uns dort jeweils erwartet. Die Insel ist nämlich fest in der Hand der Gutbetuchten. In der Marina von St. Maarten reihen sich die riesigen Superjachten aneinander. In den Restaurants gibt es kaum ein einfaches Gericht für weniger als 20 USD. Die ganze Insel ist auf (Luxus)Tourismus ausgerichtet, aber ihre Infrastruktur hat nicht mitgehalten. Die Strassen sind zu schmal für zwei Autos, geschweige denn für zwei SUVs, und ihr Unterhalt findet nicht statt.

Als wir zwei Jahre nach Irma hier waren, hatte die niederländische Seite mit ihrer starken Ausrichtung auf Kreuzfahrtschiffe schon wieder das meiste zumindest oberflächlich wieder aufgebaut. Auf der französischen Seite lag noch immer alles in Trümmern. So damals auch in Grande Case, das früher nette Restaurants am Strand gehabt hatte, bei denen man die Füsse im Wasser baumeln lassen konnte, während man sein kaltes Bier oder den Rum Punch genoss.

Diesmal, also etwas mehr als vier Jahre später, zeigte sich Grande Case von seiner neuen Seite. Noch immer gibt es viele Baustellen und Häuserlücken am Wasser, aber vieles ist wieder aufgebaut, nur schicker. Und teurer. Wegen der engen Strassenverhältnisse gibt es jetzt Cafés mit Valet-Parking-Service und in der Bäckerei kostet ein Pain Complet und eine Baguette Traditionelle 6 Euro. Noch immer wird Kaputtes einfach liegen gelassen und weder die Wohnhäuser noch die meisten Ladenlokale werden gepflegt oder zumindest unterhalten.
Auf uns wirkt alles etwas lieblos. Irgendwie sind wir noch nicht wieder warm geworden für die Insel. Vielleicht sollten wir ihr ja auch ein wenig Zeit für die Angewöhnung geben.
Mit dem Dinghy flitzten wir am Freitag die 3.5 SM hinunter zur grossen Bucht von Marigot mit ihrem Eingang in die Lagune und damit dem Zugang zu allen Chandleries, inkl. Raymarine-Händler. Der Skipper hatte die „Brain Box“ des Autopiloten, die er versucht hatte, einzubauen, mit dabei. Wir wollten vom Profi wissen, ob das Teil tatsächlich defekt ist, oder was wir machen könnten damit.
Am Eingang zur Lagune ist die Sandy Bay Bridge, die Yachten von der Französischen Seite her in die Lagune lassen würde, wenn sie denn öffnen würde. Sie ist immer wieder mal defekt und zwingt Boote dann, via die holländische Seite von Süden her einzufahren. Und dort erstmal einzuklarieren… Diesmal ist die Sandy Bay Bridge wieder kaputt. Anscheinend nach Vandalismus. Sie werde in nächster Zeit nicht wieder geöffnet. So geht das hier… Aber die Iguanas auf den Balkonen der Bars am Eingangskanal lassen sich da nicht stören.

Unterwegs in der Lagune ankerte die Modus Vivendi mit Alexandra und Stef, unseren niederländischen Freunden, die wir vor einem Jahr nach der Atlantiküberquerung in Französisch Guyana erstmals und seither immer wieder getroffen hatten. Ein schönes Wiedersehen! Hoffentlich können wir in den nächsten Tagen nochmals auf ein längeres Treffen abmachen.

Der Raymarine-Händler nahm den Controller ohne weiteres entgegen, verlangte noch die Kaufquittung wegen der Garantiefrage und vertröstete uns auf Montag… On verra!
Im „Lagoonis“, gleich neben „Island Water World“, gabs einen feinen Cesar Salad zum Mittagessen und einen schönen Catch-up mit Peter (unserem X-382-Freund) und seiner Partnerin Barbara. Wie schön, liebe Freunde so unterwegs wieder zu treffen! Den Tipp von Peter und Barbara, dass gleich in einigen hundert Metern Nähe ein ACE Baumarkt sei, liessen wir uns nicht entgehen, und Bänz freute sich dabei besonders, wie er gelassen an den Rasenmähern und Fadenmähern vorbei schlendern konnte. Oder ob es ihn doch wieder in den Fingern juckt, wenn er das Gerät schon wieder ausprobieren möchte?
Für Samstag hatten wir uns das Erkunden von Grande Case und einen Spaziergang zum grossen Super-U beim Flughafen vorgenommen. Es wurde ein recht langer, warmer Ausflug an der vielbefahrenen grossen Strasse. Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht, und war in meinem schönen neuen Crocs losgezogen. Was ich dann auch auf halbem Weg mit einer kleinen Blase quittiert bekam. Tja, Hirn einschalten… auch im Leben A 😊.
Abends sassen wir im Cockpit beim Znacht, als es am Hügel am Ende der Bucht zu flackern begann. Innert weniger Minuten hatte sich ein Buschfeuer über den ganzen Hügel ausgebreitet. Die Flammen schlugen hoch in den Himmel und wir schauten entsetzt zu, wie sie auf der ganzen Hügellänge immer wieder aufloderten. Die Bucht und das Ankerfeld von Grande Case liegt quasi in der Verlängerung der Landebahn des „Inter-Island-Airports“ Grande Case. Somit muss ja da auch irgend eine Feuerwehr in der Nähe sein. Aber – nichts. Weder erklangen Sirenen, noch sah man irgend ein Blaulicht zucken, noch bewegte sich etwas in der Luft in die Gegend. Wir wissen heute noch nicht, ob es einfach nicht wichtig genug war, Flora und Fauna und das eine oder andere Haus dort zu retten, oder ob keine Möglichkeit dazu bestand. Vielleicht lässt man hier solche Feuer sich einfach „ausbrennen“, so lange sie keine grösseren Orte bedrohen? Vielleicht weiss Google mehr dazu.
Inzwischen ist Sonntag, der 1. Februar, und eine weitere befreundete Yacht, die „Hi“ mit Pat und Frankie ist soeben hier eingetroffen. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. Und so bekommt auch St. Martin bzw. Sint Maarten noch einen schönen Anknüpfungspunkt: die Insel könnte für uns zur Treffpunkt-Insel werden. Das wäre in jedem Fall den Hüpfer wert.



















































































