Puerto Rico & Spanisch Virgin Islands von und mit Kathrin und Hans Peter
Gwundrig und gluschtig gemacht durch viele Erzählungen von Bänz an den Klassentreffen der ex-1d Sek. Bümpliz sagen wir zu, als uns Bänz berichtet, er hätte ab Mitte März 26 noch einen freien Slot auf seinem Boot und fragt, ob uns das interessieren würde. Ein gemeinsames Treffen in Laupen anlässlich des Staedtlifestes ergibt nichts, was beiderseits dagegen sprechen würde.
Am Montag, 16.3. ist es dann soweit: Nach einigen Wirrungen und Irrungen unseres eher betagten Taxichauffeurs finden wir die Roosevelt Road Marina (schlussendlich unter Polizeibegleitung nota bene😊). Mit grosser Freude sehen wir die sea magiX vor Anker liegen und die Schweizer Fahne, die uns zu winkt. Auch der Täxeler hat seine Freude, dass er Bänz mit lautem Hupen auf unsere Ankunft aufmerksam machen darf.😉 Bänz holt uns mit dem Dinghi ab und die erste Herausforderung für uns Landratten beginnt – wie kommen wir bloss in das Ding. Bänz erklärt uns das in aller Ruhe und wir laden unser (viel zu grosses) Gepäck ins Beiboot. Mit etwas mulmigem Gefühl schaffen auch wir es und Bänz fährt uns in zwei Ladungen zu seinem schwimmenden Haus raus. Aber wie kommen wir da hoch? Hmmmm – aber dank der geduldigen Anleitung schaffen wir auch das – mehr oder weniger elegant …
Es zeigt sich schon hier: mit einer lädierten linken Schulter und entsprechend eingeschränkter Hilfe des Arms könnte es ein bisschen schwierig(er) werden.
Wie beziehen unsere Kajüte und verstauen unsere Siebensachen. Dann folgt die erste Einführung bzw. Abarbeitung der laaaaangen Liste der Dinge, die es zu lernen und zu wissen gibt. Bedienung der Toilette (da gibt’s doch einiges zu beachten 😉), Sicherheit und Brandschutz sind ganz wichtige Themen, verständlicherweise! Auch Wassermanagement ist ein bedeutender Teil der Einführung. Ein spannendes Thema ist auch die Vermeidung von Seekrankheit, gegen die Bänz viele hilfreiche Tipps auf Lager hat (die sich wirklich bewähren, wir haben auf der ganzen Reise nicht die geringsten Probleme). Leider können wir aufgrund der Wetterverhältnisse noch nicht lossegeln, so dass wir die erste Nacht in der nicht allzu schönen ehemaligen Marinabucht verbringen.
Immerhin lassen sich dabei die «Flugshows» der US-Airforce bestaunen.
Dienstag, 17.3.26 Nach erstaunlich gutem Schlaf und einem feinen Müesli-Frühstück erhalten wir weitere Informationen gemäss Bänz’s Liste. Und spätestens jetzt merken wir, dass wir mit niemandem anderen als mit unserem jahrzehntelangen, sehr erfahrenen See-Bänz eine solche Segeltour wagen würden. Und dann – am Nachmittag geht es los mit Segeln! Bänz fährt uns aus der Bucht in Richtung Isla de Vieques und wir dürfen beide unsere ersten Steuer-Erfahrungen machen. Uhhhh, das sieht ja so viel einfacher aus beim Zuschauen von Bänz, als es sich dann für Laien wirklich anfühlt!! In der wunderschönen und geschützten Green Bay gehen wir vor Anker und geniessen auf Deck gemütlich einen Sundowner, zusammen mit der grandiosen Abendstimmung und anschliessend einen feinen Gemüseeintopf zum Znacht. Diese Nacht schaukelt es schon deutlich mehr, aber auch diese Mal schlafen wir gut.
Mittwoch, 18.03.26 wir bleiben in der Green Bay und üben Knoten. Oder die Knoten beüben uns, könnte man meinen …Immerhin liegt dann doch noch ein Schnorcheltauchgang drin mit Bänz, aber leider ist die See ziemlich trübe und wir sind halt schon etwas spät unterwegs, was einer guten Sicht nicht allzu förderlich ist. Aber es gibt doch einige schöne Fische und andere Meereslebewesen zu sehen. Als krönender Abschluss des Tages essen wir Gschwellti mit Salat und einem Käse-Buffet, das unser Chef aus der Tiefe des Kühlschranks gräbt. Obwohl zuerst für Bänz ein scheinbar etwas ungewohnter Menü-Vorschlag von Kathrin so mitten auf der karibischen See, scheint er es dann doch zu geniessen. Und ein Schluck Merlot dazu darf natürlich auch nicht fehlen. Die Kartoffeln, die es zu brauchen gab, waren somit tiptop verarbeitet.
Donnerstag, 19.03.26 (der Tag der Tage 😉) Heute geht es weiter nach Esperanza. Wir müssen diese Mal mehr oder weniger gegen den Wind fahren, was vieles Kreuzen gegen den Wind bedeutet. Der blutige Anfänger-Steuermann kommt da schon an seine Grenzen inkl. Querstellen des Ruders mit entsprechender Abbremsung des Bootes (selbst der sehr geduldige Bänz braucht doch auch mal klare und deutliche Worte ob der noch nicht vorhandenen Künste …). Aber am Ende schaffen es alle mehr oder weniger unbeschadet (abgesehen vom leicht angeröteten Arm des Möchtegern-Steuermanns) an unser Ziel Esperanza. Hier geht es an Land mit dem Dinghi und als erstes buchen wir eine Tour zur Mosquito Bay, DER Attraktion von Esperanza. Nämlich ein nächtlicher Besuch in der fast abgeschlossenen Bucht mit Bioluminiszenz-Licht!! Ziemlich einmalig in der Welt und deshalb natürlich eine grosse Attraktion, die viele Touristen anzieht. Erst um 20.30 ist ein Slot frei und nach vielem Abnicken von Bedingungen kriegen wir eine Buchung. Nach einer feinen Salat-Stärkung in der «Bananas-Bar» geht’s zu Fuss zum wunderbaren Strand in der Sunbay, wo Bänz eine öffentliche Dusche kennt – mit nahezu unendlichem Frischwasser.😊 Auch die vielen freilaufenden Wildpferde, klein und gross, die sich auf dem Gelände tummeln, erstaunen uns, weil so noch nie erlebt.
Später finden wir uns dann um 20.00 Uhr beim Treffpunkt der Fun Brothers ein– wo noch kein Mensch ist. Langsam tauchen doch mehrere andere Teilnehmer auf – und die Ratlosigkeit steigt. Nebenan werden schon Schwimmwesten verteilt und Padel-Demos durchgeführt und die Gäste in Busse verfrachtet. Hmmm… Dann taucht ein alter Schulbus auf und lädt unser Grüppeli doch auch auf. Durch stockdunkle Nacht werden wir über eine eher als abenteurlich einzustufende «Piste» an den Sammelpunkt aller Touris gebracht (natürlich auch alles finster). Bald heisst es: Taschen, Rucksäcke, überflüssige Kleider und natürlich auch die Schuhe in den Bus und dann: Get out, we have to hurry.
Unser Guide Peaches taucht auf und wir werden mit Schwimmwesten und Padels ausgerüstet. Hurry up… Dann geht’s zum durchsichtigen Kanu und raus geht’s – Follow the red light ist mehr oder weniger alles, was wir verstehen. Im Liegen (da der Kanusitz zusammengebrochen ist) geht es mit den anderen Gruppenteilnehmer auf die Bucht. Diese Bioluminiszenz-Lichter im Wasser sind wirklich äusserst eindrücklich, weil so eigentümlich, es bleibt uns aber nicht extrem viel Zeit fürs Staunen – «Hurry up, guys», tönt es immer wieder aus der Richtung des Red lights.☹
Ziemlich müde kommen wir erst um 22.30h zurück nach Esperanza, wo uns Bänz mit seinem Dinghi empfängt und aufs Schiff bringt. Und nun so rasch als möglich in die Koje für den wohlverdienten Schlaf!
Freitag, 20.3.26 Relativ früh geht’s an den langen Törn im Westen um Vieques herum, dann im Wellenschutz nach Nordosten und hinüber nach Culebrita zur wunderschönen Tortuga Bay. Die beiden Amateur- (bzw. Möchtegern-)Steuermann/-frau kommt wieder zum Einsatz, dieses Mal mit ein wenig mehr Erfahrung und damit etwas besserer Effizienz. Da Vor- und Teile vom Grosssegel gesetzt werden, machen wir doch ordentlich Fahrt. Nach dem Ankern in der Tortuga Bay machen wir uns schnell (mehr oder weniger, nach Schmid Maeder Familien-Zeitbegriff …) auf zu einer kurzen Wanderung zum alten und neuen Leuchtturm. Viel Schwell und Brandung führen leider fast zum Kentern des Dinghi bei der Wegfahrt, was ein wenig schlechtere Stimmung unsererseits auslöst. Bänz beruhigt diesbezüglich beim Abend-Höck ein bisschen mit seiner Erläuterung, dass das Wegfahren vom Strand mit einem Dinghi immer schwierig sei.
Gemeinsam bestaunen wir den Nachthimmel mit dieser ausserordentlich schmalen Mondsichel, die sich am Himmel wiegt.
Samstag, 21.3.26 Hans Peter versucht sich am Vormittag mit einem Schnorchelausflug mit Ziel Bade-Becken, findet dann aber keinen Zugang weder zum Weg noch direkt zu den Becken. Aber dafür können beim vorgelagerten Riff mehrere Fische entdeckt werden. Dann geht es los mit der Überfahrt mit Motor nach Culebra zur herrlichen Bahia de Almodovar, wunderschön umrundet von grünen Mangroven-Bäumen. Diesmal mit Steuerfrau Kathrin, der es viel Spass macht, diese Fahrt machen zu dürfen.
Sonntag, 22.3.26 Der Morgen begrüsst uns mit Doppel-Regenbogen – welch herrliches Naturspektakel in dieser wunderschönen Umgebung! Den Regensonntagvormittag verbringen wir mit langem und gemütlichen Zmörgelen und mit vielen interessanten Diskussionen. Als Abschluss gibt es für die Männer einen fantastischen Espresso à la Bänz! Was unser Skipper doch nicht alles für Überraschungen auf Lager hat!! Gegen Mittag geht es bei durchzogenem Wetter unter Motor weiter zur Ensenada Honda (tiefe Bucht) auf Culebra., wo wir vor Anker gehen. Die Steuerfrau hat Freude, dass sie wiederum neue Fahrerfahrungen machen darf. In der Bucht ist präzises Fahren gefragt, was aber nach Anleitung von Bänz gut gelingt.

Anschliessend geht’s mit dem Dinghi und zu Fuss in Richtung Fährstation Culebra, da wir unsere Reise am Dienstag per Fähre nach Ceiba an der Ostküste von Puerto Rico fortsetzen. Gerade richtig schaffen wir es zur Happy-Hour der Sandbar gegenüber der Ferry Pier. Wir kriegen 4 Coronas für einen günstigen Preis – schön, dass Corona eher wieder für ein gut schmeckendes Bier steht!
Draussen setzen wir uns vor die Bar und schauen dem Treiben zu, was doch einen erhöhten Fun-Factor bedeutet. Am Ende beschliessen wir, auch dort zu essen und wir stärken uns mit Burger, Salat und Pommes.😉 Vor- und nach dem Essen bleibt noch Zeit für einen Turm-Abbau zu Babel. Ein kurzer Spaziergang führt uns auch zur Coin Laundry und wir beschliessen, morgen einen Waschgang einzuschalten. Als Bettmümpfeli gibt’s noch eine Sonderfahrt mit dem Dinghi durch den «Canale grande» – herrlich und wirklich unbezahlbar – danke Bänz!😊
Montag, 23.3.26 Ein erfrischendes Morgenbad leitet wieder den neuen Tag ein, nach einem wiederum feinen Müsli geht’s dann Richtung Laundry. Kathrin und ich schauen uns etwas im Ort um und landen am Schluss zum Airstrip. Gegenüber entdecken wir einen Freiluft-Coiffeur (Oscars), den ich doch gleich mal ausprobieren will. Kommt gut und kurz (die Haare). 😊 Auf dem Rückweg treffen wir Bänz mit der Tasche frischer Wäsche und alles bereits in der AC-gekühlten Laundry sorgfältigst zusammengelegt! Unser Skipper und seine Dienstleistungen sind wirklich unübertrefflich! in allen Bereichen! Zurück auf der sea magiX stellt Bänz fest, dass unser neuer Nachbar seinen Anker tatsächlich wiederum über unsere Kette gelegt hat. Dabei hätte es soviel Platz in der Bucht! So ist erneutes Ankern angesagt. Dann ein erfrischender Schwumm und schon ist Rucksack packen für die morgige Abreise angesagt. Nach einem Sandwich-Zmittag (mit und ohne Rübli 😉) geht’s weiter mit Blog schreiben. Vorher werden wir aber nochmals mit einem feinen Espresso au mode du chef verwöhnt. Soooo fein, dass sogar Kathrin auf das übliche Löffeli Zucker verzichtet! Unser letztes Abendessen geniessen wir auf der sea magiX – und vorher bewundern wir vom Wasser aus zum letzten Mal die wunderbare Abendstimmung!

Lieber Bänz, wir bedanken uns herzlich für die schöne, spannende, so etwas von interessanter und lehrreicher Woche auf eurem Schiff. Der Einblick in das Segler-Leben hat uns sehr beeindruckt! Und dein Vertrauen, uns das Steuerruder zu überlassen, hat uns äusserst gefreut. Mit deinen exakten Anweisungen und Unterstützungen haben wir «schneeweissen Schwäne» es wirklich geschafft, das Tagesziel jeweils unfallfrei zu erreichen.
Kathrin & Hans Peter






























