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Rhythmuswechsel – zurück in den karibischen Modus

Der Rhythmuswechsel vom beruflich und familiär intensiven Leben B in der Schweiz zurück ins Leben A auf sea magiX gelingt mit des Skippers vorausblickender Hilfe schon viel besser als früher, wenn auch noch nicht ganz ohne kleine Ausfallschritte.

Zufällig befanden sich zwei Gäste unserer Freunde Karin und Marc von der St. Raphael auf dem gleichen Flug ab Madrid nach San Juan und so stiegen wir bald zu dritt in das Mietauto zum Fahrer Uber-Bänz, mit dreimal Gepäck und einmal Einkauf. Bei meinen knapp 22 kg Gepäck waren genau 2 T-Shirts und 2 Paar Shorts für mich persönlich, und der Rest setzte sich aus diversen Ersatzteilen (u.a. drei Motorfundamenten à je ca. 2kg), einer neuen Genuapersenning und nochmals etwas dunkler Nuss-Schoggi zusammen.

Das Wiedersehen mit Karin und Marc wurde beim Abendessen im Marina-Restaurant von Puerto del Rey gefeiert, obwohl die spannenden Geschichten in der überlauten Musik und wohl auch in unserer Müdigkeit ein wenig untergingen.

Während Bänz am nächsten Morgen mit den beiden St. Raphaels noch zum Einkaufen fuhr, durfte ich ein paar Stunden Schlaf nachholen und konnte so wie schon erwähnt recht nahtlos in den Karibikmodus wechseln. Welche Wohltat, morgens in Shorts und T-Shirt zu schlüpfen und Socken, lange Hosen und den Pulli für die nächsten Monate wegzuräumen! Angesichts der sehr schön aufgeräumten sea magiX war auch mein Einrichten an Bord sehr schnell und unkompliziert geschehen.

Bald schon konnten wir an Land losfahren, um unser Mietauto noch für den Rest des Tages zu nutzen. Wir suchten einen nicht zu weit entfernten Weg in den Yunque Nationalpark und fanden ihn an der PR191 bei Naguabo. Dort gibt es weit oben im Regenwald eine Recreation Area, die gleichzeitig Ausgangsort für diverse schöne Wanderungen ist. Einziger Wermuthstropfen: das Tor zur obersten Strecke wird um 17h geschlossen (die junge Freiwillige, die uns in Empfang nahm, betonte, dass sie ein Vorhängeschloss verwenden würde) und so müsste man für eine Wanderung frühmorgens schon dort sein. Der auf der Karte dünn eingetragene nach Norden weiterführende Weg sei schon seit den 80er-Jahren verschüttet und geschlossen.

Es war aber auch so schön, ein paar Schritte im tropischen Grün zu machen und unsere Sandwiches am Fluss, statt in einem der schattigen Picknick-Häuschen zu verspeisen.

Am Rückweg machten wir dann noch einen Abstecher zum Rio Hippie (doch, der heisst wirklich so!), wo ein geschäftstüchtiger junger Mann das Parkieren der Autos organisiert und dafür 5 USD erhält.

Am Bach tummelten sich viele Sonntagsausflügler, sprangen von den hohen Felsen in den Pool und kletterten mit gelegentlichen Ausrutschern unter dem Gejohle der Zuschauer auf den Felsen herum. Am Rand sass eine Frau, bei der die Kletterei vor einer Woche schief gegangen war. Resultat: ein siebenfach gebrochener Arm und viel Metall für die Reparatur. Aua! Froh, keine solchen Experimente eingehen zu müssen, machten wir uns auf den Rückweg zu sea magiX.

Am Montag, 13. April war Abreisetag aus der Marina. Vorher musste noch das Mietauto zurück gebracht werden und noch vorher wollte der Skipper das Freibord von sea magiX polieren und mit wenigstens ein kleinem bisschen Schutz gegen die aggressive karibische Sonne versehen. Früh gings los, sobald der morgendliche Regen vorüber gezogen war, und pünktlich auf 11h (Auscheck-Zeit) waren wir fast bereit – wenn da nicht jemand das Trocknen der Wäsche im Tumbler unterbrochen hätte. Unser Minuten-genau durchgetakteter Plan kam etwas in Schieflage, als der Skipper bemerkte, dass nochmals 45 Minuten zu trocknen waren. Aber auch so legten wir noch vor dem Mittag die Leinen los.

Die Wettervorhersage hatte schwache 7 Knoten Wind mit gelegentlichen Regenschauern angesagt. Stattdessen bliesen stramme 20 bis 24 Knoten genau aus Ost. Unter Motor mühte sich sea magiX gegen Wind und Wellen ab, um von der Küste weg zu kommen. Hmmmm, wohin des Weges? Unter diesen Bedingungen war nix mit Culebra. Wir flüchteten zwischen den Inselchen hindurch im teils intensiven Regen nach Süden ans West-Ende von Vieques zur Playa Punta Arenas. Hier waren wir wunderbar vor dem starken Ostwind geschützt und hofften einfach, dass die Vorhersage für die Nacht wenigstens einigermassen stimmte, denn da war drehender aber eigentlich leichter Wind angesagt. Im friedlich-ruhigen Wasser konnten wir uns nun um den Wassermacher kümmern, der die Pause in der Marina, sowie einen kurzen versehentlichen Start bei geschlossenem Wassereinlass anscheinend nicht goutiert hatte. Auf das Trinkwasser des Wassermachers sind wir inzwischen ziemlich stark angewiesen, so dass solche Ausfälle sofortige Beachtung finden. Die Einladung zum Apéro auf der ebenfalls hierher geflohenen St. Raphael schlugen wir deshalb aus und hofften, sie bei anderer Gelegenheit nachholen zu können.

Zwei Stunden später hatte es der Skipper nach einer vollständigen Zerlegung und Rundumreinigung geschafft und unseren Wassermacher wieder zur Produktion überredet.

Am Dienstag nahmen wir es gemütlich. Es säuselte wirklich nur ein leichtes Lüftchen im Rigg. Zu wenig, um damit die 20 SM nach Culebra zu kreuzen. So gab es morgens noch einen schönen Schnorchelgang, bei dem ich wieder einem gepunkteten Adlerrochen bei seinem so elegant schwebenden „Flug“ durchs Wasser zusehen konnte. Danach tümpelten wir nur mit der Genua los, ums lange Riff auf die Nordseite von Vieques und nach Osten. Weil wir eigentlich immer damit rechneten, dass wir in der Flaute gleich den Motor starten müssten, waren wir zu faul, um das Grosssegel auszupacken. Aber auch so konnten wir ein paar Meilen ostwärts segeln.

Als wir bei der unendlich langen Pier, hinter der wir eigentlich ankern wollten, angekommen waren, hielt das Lüftchen noch immer an. Wir beschlossen, trotz der durchwegs negativen Berichte über Isabel Segunda, es mal für eine Nacht dort zu probieren, da uns das nochmals etwa 5 SM weiter nach Osten brachte. Auf Noforeignland, aber auch in den Kommentaren zur elektronischen Karte sind Bemerkungen, die einerseits vor dem sehr rolligen Ankerplatz warnen, und andererseits, dass die Karte nicht stimmen würde. Wir hätten beides wohl etwas mehr beachten sollen.

In der Ecke der Bucht lag ein Segler und grüsste zurück, als wir knapp hinter ihm vorbei zielten, um auf seiner anderen Seite zu schauen, ob es dort etwas weniger Schwell hatte. Ganz langsam steuerte ich – immer mit Blick aufs Echolot – an ihm vorbei. Die Tiefe kam allmählich hoch von 6 auf 5m, dann 4.8, 4.4 – und plötzlich rumpelte es hässlich unter dem Schiff… Vollgas zurück! Sea magiX folgte brav sofort und das Echolot zeigte auch wieder mehr als 5m. Huch, wie konnte das denn sein? Wir waren offensichtlich auf etwas aufgefahren (und nicht hinein), aber die Tiefenanzeige war nicht unter die 4.4m gefallen. Bei bewölktem Wetter und trüb aufgewühltem Wasser hatten wir nichts gesehen. Aber jetzt verstanden wir besser, was mit den Bemerkungen gemeint war, dass die Karte nicht stimmt. Mindestens ein Korallenkopf muss dort sein, den wir zielsicher gefunden hatten. Vorsichtig zogen wir uns wieder zurück, wo wir hergekommen waren, und ankerten vor der Küste. Der anschliessende Kontrollblick mit Schnorchelbrille und Flossen und Fotoapparat konnte keine Spuren unseres Abenteuers an sea magiX‘ Rumpf oder Kiel hervorbringen. Wir wissen jetzt noch nicht, worauf wir da aufgesessen waren.

Der Schwell vor dieser Küste ist tatsächlich ziemlich beachtlich. Aber solange der Wind schön ablandig blies, war das für uns kein grosses Thema. Sea magiX wiegt sich dann jeweils gemütlich ein wenig hin und her, wird aber erst heftig, wenn der Schwell seitwärts kommt. Was mir dann aber trotzdem zwischen Mitternacht und 3h morgens den Schlaf raubte, war, dass das nächtliche Gewitter mit deutlich mehr Wind als angesagt aus Norden kam und uns auflandig zur Küste hin blies. Eine sehr unangenehme Situation. Erst, als es vorbeigezogen war, und wir wieder weg von der Küste zogen, konnten wir nochmals eine Mütze Schlaf holen. Ok, jetzt haben wir unsere eigene Erfahrung über diesen Ort gesammelt. Isabel Segunda ist wohl tatsächlich nur unter sehr ruhigen Bedingungen eine gute Ankeroption.

Nach dieser unruhigen Nacht war es mir ganz recht, am Mittwochmorgen bald nach Sonnenaufgang zu starten, um den inzwischen auf Südost gedrehten und gemässigten Wind für den Amwindkurs zu den USVIs zu nutzen. Unsere Devise war weiterhin, so weit nach Osten zu kommen, wie nur möglich. Denn der nächste grössere Sprung von ca. 100SM wird nach Südosten führen. Bei normalerweise vorherrschendem Ostwind ist es deshalb sinnvoll, möglichst weit im Osten starten zu können, um nicht gegenan kreuzen zu müssen. Wir verbrachten einen wunderbar sonnigen Tag mit schönem Amwindsegeln nach St. Thomas, wo wir nach zwei Kreuzschlägen ein Plätzchen in der berühmten Christmas Cove ergattern wollten.

Wie üblich segelten wir bis kurz vor den Ankerplatz. Als es dann darum ging, das Grosssegel zu bergen, wollte es aber nicht herunter kommen. Von hinten tönte es “zieh doch endlich runter!” während von vorne die Bucht und die darin versammelten Ankerlieger allmählich näher rückten. Sea magiX hielt unter Autopilot unbeirrbar auf das Heck einer dicken Ami-Jacht zu, während ich am Vorliek des Grosssegels hing und nichts passierte… Oje, not good. Platzwechsel: der Skipper vorne und ich (in einem unbeobachteten Moment schnell den Kurs etwas weiter hinaus richtend ;-)) hinten. Mit etwas Vorwissen hatte es der Skipper bald erkannt: unser Grossfall (das Seil, an dem man das Grosssegel hochzieht) war so aufgerieben, dass es beim Mast nicht mehr durchs Loch passte. Mit einem scharfen Messer, ein paar Schimpfwörtern und beherztem Eingreifen hatte Bänz das Problem bald gelöst und wir konnten unser grosses Segel doch noch rechtzeitig wegpacken. Alles klar – die nächste Pendenz hatte sich soeben unmissverständlich angemeldet.

Welch Genuss, hier ganz ruhig zu liegen, und keine Sorgen zu haben, egal woher der Wind in der Nacht plötzlich blasen sollte! Für einen kurzen Schnorchelgang reichte das Tageslicht gerade noch, aber den Besuch beim Pizzaboot liessen wir aus, wie auch die Dinghy-Delivery einer Pizza. Sie sei aber ziemlich lecker, haben Freunde schon darüber geschrieben.

Auch für Donnerstag war schönes Wetter und vernünftiger Wind aus Ost-Südost angesagt. Wir nutzten die Bedingungen für einen weiteren gemütlichen Amwind- und Kreuztag im geschützten Wasser zwischen den Inseln, bis an die Küste von Tortola, dann ums Ost-Ende von St. John’s herum in die Coral Bay.

Der grösste Teil dieser Bucht gehört zum Nationalpark, in dem ankern verboten ist. Aber ganz an ihrem Ost-Ende in der Long Bay und dann wieder im Westen, vor dem Ort Coral Harbour, darf geankert werden. Wir hatten die Long Bay ganz für uns alleine. Der Anker fiel im türkisblauen, klaren Wasser, direkt auf den Sand.

Zwei Schildkröten kamen schon bald, um uns auszukundschaften. Und beim nächsten Schnorchelgang konnten wir auch unseren privaten Begleitfisch begrüssen, einen grossen Barracuda, der sich gemütlich unter dem Boot versteckt. Ab dann verliess ich mich einfach darauf, dass er sich an die übliche Abmachung halten würde, dass grössere Tiere wie Menschen von kleineren wie Barracudas nicht ohne Not angegriffen werden.

Die Long Bay ist recht speziell, da hier nur ein relativ begrenzter Fleck Sand für gutes Ankern zur Verfügung steht, und der Wind über den Hügel stark verwirbelt wird. Sea magiX schwojt hier in sehr unerwarteten Richtungen und hält sich überhaupt nicht an die übliche Regel, dass sie sich in Windrichtung ausrichten würde. Mal drifteten wir etwas näher an die Felsen, dann wieder weiter weg. Sehr abwechslungsreich, und erst anspruchsvoll, wenn andere Boote in der Nähe sind, die dann ebenfalls erratisch in der Gegend rum schwingen. Noch konnten wir aber den Freitag einsam an diesem wunderschönen Ort geniessen. Gelegentlich kamen Day-Trippers in ihren kleinen Motorbooten zum Schnorcheln vorbei, aber generell lagen wir ruhig und gemütlich, wenn auch teils mit dem Heck zum Wind, auf dem wunderschönen türkisfarbenen Wasser, schnorchelten ein wenig ums Boot oder zu den Felsen, beobachteten Fische und Turtles und genossen die Entspannung. Eine Turtle konnten wir eine Weile lang begleiten, wie sie gemeinsam mit ihrem Passagierfisch dahinschwebte. Der Fisch hielt sich zuerst noch faul an ihrem Schild fest und ritt Piggyback, dann wurde es einem von beiden dann doch zu bunt und er begleitete sie in ihrem Schatten weiter. Ob das eine langfristige Symbiose ist? Ich merke, ich weiss zu wenig über diese faszinierenden Tiere.

Einen Grossteil des Freitags verbrachten wir beide auch noch mit anderen Arbeiten: der Skipper hatte sich den Einbau unseres weitgereisten Ersatz-Autopiloten vorgenommen und ich musste mich um Büro-Arbeiten kümmern. Auch die gelegentlichen Regenschauer sorgten für Abwechslung und kübelweise Frischwasser.

Der Tag verflog wie im Nu und wir waren beide gar nicht so unglücklich, dass sich auch für Samstag und Sonntag kein passendes Wetterfenster für unseren nächsten Sprung nach Südwesten abzeichnete.

Stattdessen machten wir am Samstag einen kleinen „Ausflug“ nach Coral Harbour. Um den Autopiloten, bzw. seinen Kompass kalibrieren zu können, nutzten wir die grosse Bucht mit ihrem relativ ruhigen Wasser für einige Kringel. Tatsächlich klappte das recht gut: nach dem zweiten Anlauf zeigte der Kompass nur noch eine Abweichung von 2 Grad an (von vorher 45 Grad) und auch der Autopilot fuhr brav geradeaus, wenn man ihn dazu aufforderte. Nur ein Thema blieb offen: unser Steer Pilot findet sich in der neuen Einrichtung nun nicht mehr zurecht. Den Steer Pilot benötigen wir, wenn wir von Hand steuern. Er zeigt mit einer Nadel an, ob wir auf dem vorgegebenen Kurs sind, oder in welche Richtung wir korrigieren sollten. Hmmmmm, da muss sich der Skipper wohl noch etwas einfallen lassen…

Nach den diversen Kringeln (die übrigens mit mindestens 3 Knoten und maximal 15 Knoten Fahrt gefahren werden müssen – zum Glück hatten wir viel Platz!) legten wir sea magiX um die Ecke in eine winzige Bucht, die wohl getreu ihrem Namen tatsächlich als Hurricane Hole gelten kann. Dort gibt es eine einzige Tagesboje der National Park Verwaltung. Mit dem Dinghy gings dann weiter um die Ecke nach Coral Harbour.

Der kleine Ort besteht hauptsächlich aus der Skinny Legs Bar u Restaurant mit grossem Parkplatz davor, sowie der Fire Station mit den üblichen amerikanischen, altertümlich wirkenden Feuerwehrlastern draussen, damit in ihrer Garage drinnen ein Kraftraum eingerichtet werden konnte, und dem Friedhof mit zerfallender Kirche und vielen Ziegen auf beiden Seiten des Zauns. Der Bucht entlang führt die Strasse (mit Linksverkehr, wie ich überrascht mit einem Sprung in Sicherheit feststellte) und an der Strasse stehen überall zerfallende und überwachsene Autowracks.

Im Skinny Legs leisteten wir uns zwei Biers und einen Mahi Mahi und einen Burger of the day und bezahlten dafür mit dem Service Zuschlag 53 USD. Nicht gerade günstig, aber die Bar gibt vielleicht einen kleinen Eindruck vom Leben auf dieser Insel. Der Tresen war besetzt von Menschen, die wir zu den „Hängengebliebenen“ der Seglercommunity zählen würden. Zumeist Ältere (noch älter als wir! 😉) mit diversen Beschwerden am Bewegungsapparat, viel Übergewicht, einem Fläschchen Bier vor sich und viel Zeit für den Austausch von Seemannsgarn. Vor der Bar beim Dinghysteg war eine Baracke, bzw. ein Unterstand, von dem aus zwei der späteren Barbesucherinnen ihre Kunstwerke (bemalte Holzplatten) verkauften und ein Dritter sich bemühte, alten Schrott an den Mann zu bringen. Es gelang ihm, Bänz eine ausrangierte Autonummer von St. Johns zu verkaufen; da staunte ich nicht schlecht. St. John ist anscheinend eher als die Künstlerinsel der USVIs bekannt und wir waren wohl gerade dreien davon begegnet.

Neugierig besuchten wir die beiden Supermärkte im Ort. Sie sind gut bestückt mit einem recht grossen Sortiment. Aber beim Studieren der Preise kamen wir aus dem Staunen nicht heraus: Jogurt für USD 11.95; Romaine-Salat für USD 12.99, Brotbackmischung (ein Pfund, nicht ein Kilo!) für USD 11.95… wir schluckten leer, leisteten uns einen verhältnismässig günstigen Eisbergsalat à USD 2.95 und drei Bananen für ca. 4 USD und zogen wieder von dannen. Vorher lernten wir aber noch ein für uns neues Produkt kennen (bzw. bestaunten es erstmal): Eier im Tetrapak. Bei genauerem Hinsehen heisst es nur Eiweiss, aber trotzdem… wie das wohl verwendet werden soll? Es reizt mich, eine solche Packung zu kaufen, aber zuerst müsste ich einen passenden Verwendungszweck dafür finden. Ein weiteres Thema für kommende Recherchen.

Die Rückfahrt per Dinghy zu sea magiX an ihrer einsamen Boje wurde auch in der Bucht ziemlich bumpy und nass: da draussen blies noch immer starker Ostwind. Weil man an der Tagesboje nicht übernachten darf, motorten wir nach dem Ausflug wieder zurück zu unserem Sandfleck und stellten fest, oh Schreck, dass sich zwei Motorboote darauf eingerichtet hatten. Eines davon ein Motorkat mit sehr vielen Solarpaneelen; das wäre wohl ein spannendes Boot, um mal nähere Bekanntschaft zu machen. Aber vorerst mussten wir uns einen anderen Fleck zum Ankern suchen. Beim zweiten Versuch hielt der Anker dann auch etwas weiter drüben in der Bucht. Der Blick beim Kontroll-Schnorchelgang kurz vor Sonnenuntergang zeigte dann jedoch klar, dass dies eine weniger ruhige Nacht werden würde: wir lagen auf felsigem Grund und die Kette rumpelte hörbar über die Steine hin und her. Naja, das konnten wir nicht ändern.

 

Inzwischen ist es Sonntagmittag geworden. Die Nacht war tatsächlich etwas unruhiger als bisher wegen des lauten Rumpelns. Wir kompensierten mit gemütlichem Ausschlafen und einem ausgiebigen Schnorchelgang. Diesmal erstmals mit der alten GoPro-Kamera dabei. Auch mit der gilt es noch zu lernen, aber immerhin, meistens ist erkennbar, was ich festhalten wollte. Vorher hatte der Skipper noch einen Teig für unser nächstes Brot gestartet.

Inzwischen haben wir wieder auf unseren Sandfleck verlegt, nachdem der Motorkat abgezogen ist. Dafür liegen wir jetzt etwas zu nah am anderen Motorboot für unsere Verhältnisse. Aber bisher hat das noch kein Problem ergeben. An Bord wird eifrig geschrieben und gelesen. Von unten zieht ab und zu der Geruch des aufgehenden Brotteigs zu mir hinauf. Der Wind streicht von unterschiedlichen Seiten durchs Cockpit. Gelegentlich erfasst uns eine stärkere Bö und sea magiX dreht sich schwungvoll um ihre Ankerkette. Am Heck plätschert das Wasser, am Ufer rauschen die Wellen und an Land zwitschern die Vögel. Tagesausflügler kommen und gehen. Schildkröten tauchen auf, prusten laut, gucken neugierig umher und tauchen wieder ab. Der karibische Rhythmus eben. Unser Luxus.